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Portugal

Portugal, die Portugiesische Republik, ist ein Staat auf der iberischen Halbinsel im Südwesten Europas. Portugal, der westlichste Staat Europas, grenzt im Westen und Süden an den Atlantik und im Norden und Osten an Spanien. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira.

Das Gebiet der portugiesischen Republik ist seit prähistorischen Zeiten besiedelt. Im Jahr 29 v. Chr. umfasste Portugal die römischen Provinzen Lusitania und (teilweise) Gallaecia. Römische Siedler waren ein maßgeblicher Einfluss auf die Kultur und insbesondere die Sprache Portugals, die weitgehend aus dem Lateinischen abgeleitet ist. Nach dem Untergang des römischen Reichs im 5. Jahrhundert kamen germanische Stämme nach Portugal, darunter die Alemannen und die Westgoten. Im frühen 8. Jahrhundert eroberten muslimische Mauren diese christlichen Königreiche und den Großteil der iberischen Halbinsel.

Während der Reconquista (Rückeroberung) wurde das Land Portugal zum Teil des Königreichs Galicien. Das Königreich wurde im Jahr 1143 ausgerufen, und der Grenzverlauf blieb nach 1249 weitgehend unverändert. Portugal ist somit der älteste europäische Nationalstaat. Im 15. und 16. Jahrhundert verschafften die Seefahrer und Eroberer Portugal Landbesitz in Afrika, Asien und Südamerika. Das Land stieg zur bedeutendsten Wirtschafts- und Militärmacht der Welt auf. Das portugiesische Weltreich war nicht nur das größte der Welt, es währte auch am längsten. Durch eine Thronfolgekrise kam es 1580 vorübergehend zur dynastischen iberischen Union mit Spanien, doch 1640 begann der Restaurationskrieg, aus dem Portugal und Spanien erneut als separate Königreiche unter separaten Dynastien hervorgingen.

Das Magazin The Economist gab Portugal den 19. Platz auf der Rangliste der Länder mit der besten Lebensqualität. Es zählt zu den friedlichsten (13. Platz) und globalisiertesten (8. Platz) Ländern der Welt. Portugal ist Mitglied der Europäischen Union (Beitritt zur EWG im Jahr 1986, dazu Ausscheiden aus der 1960 mitbegründeten EFTA) und der Vereinten Nationen und Gründungsmitglied der Lateinischen Union, der Organisation Iberoamerikanischer Staaten, der OECD, der NATO, der Gemeinschaft Portugiesischsprachiger Länder, der Eurozone und des Schengener Abkommens.

Über die Azoren

Die Azoren sind eine portugiesische Inselgruppe im Atlantik, rund 1.500 km westlich von Lissabon und 3.900 km östlich der Ostküste der USA. Monchique auf der Insel Flores gilt als westlichster Punkt Europas, doch aus geologischer Sicht liegen die beiden westlichsten Azoreninseln Flores und Corvo bereits auf der nordamerikanischen Kontinentalplatte. Die Inselgruppe und die ausschließliche Wirtschaftszone bilden die autonome Region der Azoren, eine der zwei autonomen Regionen Portugals. Die Wirtschaft der Azoren beruht auf Landwirtschaft (Ackerbau, Milchvieh für die Butter- und Käseproduktion), Fischfang und Fremdenverkehr, der in dieser Region an Bedeutung gewinnt. Ein großer Anteil der Erwerbstätigen ist direkt oder indirekt im staatlichen Tertiären Sektor tätig.

Die neun Inseln der Azoren und die Formigas erstrecken sich über mehr als 600 km von Nordosten nach Südwesten. Dies führt zu einer entsprechend großen ausschließlichen Wirtschaftszone. Der westlichste Punkt der Inseln ist 3.380 km von Nordamerika entfernt. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, doch seit der Besiedlung der Inseln ist auf einigen, darunter Santa Maria, keine vulkanische Aktivität verzeichnet worden. Pico auf der gleichnamigen Insel ist mit 2.351 m der höchste Punkt Portugals. Die Azoren sind die Gipfel der größten Berge der Welt (vom Meeresboden gemessen).

Im Jahr 1877 schrieb Samuel Clemens, besser bekannt als Mark Twain, über die Azoren: Ich glaube, die Azoren sind in Amerika weitgehend unbekannt. Auf unserem ganzen Schiff fand sich niemand, der etwas über sie wusste. Selbst Mitreisende, die über die meisten anderen Ländern bestens informiert waren, wusste über die Azoren nur zu sagen, dass diese Gruppe von neun oder zehn kleinen Inseln im Atlantik knapp über der halben Strecke zwischen New York und Gibraltar liegt. Das war alles.

Mit einer sporadischen Besiedlungsgeschichte, die sich über zwei Jahrhunderte erstreckt, bestehen enorme Unterschiede in Kultur, Dialekt, Küche und Brauchtum zwischen den einzelnen Inseln dieser abgelegenen Gruppe. Die wichtigsten Einkommensquellen sind Fischfang und Landwirtschaft.

Über Madeira

Die portugiesische Inselgruppe Madeira im Nordatlantik ist der letzte Außenposten der Europäischen Union. Die Inselgruppe, eine der zwei autonomen Regionen Portugals (die andere sind die Azoren im Nordwesten), umfasst die Inseln Madeira und Porto Santo sowie die Ilhas Desertas und die Ilhas Selvagens.

Madeira wurde von Schiffen in Diensten von Heinrich dem Seefahrer 1419 wiederentdeckt und nach 1420 besiedelt. Die Inselgruppe gilt als erstes Neuland des portugiesischen Zeitalters der Entdecker.

Heute ist sie als ganzjähriges Urlaubsziel sowie als Heimat des Madeiraweins, wunderbarer Flora und kunstvoller Stickerei bekannt. Das Neujahr wird mit einem atemberaubenden Feuerwerk gefeiert, das als größtes der Welt in das Guinness Buch der Rekorde aufgenommen worden ist. Der Hafen in Funchal ist nicht nur für den kommerziellen Schiffsverkehr bedeutend, sondern wird auch von Atlantik-Kreuzschiffen auf Fahrten zwischen Europa, der Karibik und Nordamerika angelaufen.