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Telefonkommunikation

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Über Telefonkommunikation

Obwohl Dänemarks erste Telefongesellschaft bereits 1880 gegründet wurde, dauerte es bis zum ersten Telefonanschluss auf den Färöern noch bis 1905.

Der erste Telefonanschluss: Der Landwirt, Reeder, Kaufmann und Politiker Olaf J. Olsen, besser bekannt unter seinem färöischen Namen Ólavur á Heygum aus Vestmanna, lernte während eines Aufenthalts in Dänemark die Vorteile des Telefons kennen. Bereits 1901 und 1902 schrieb er an das färöische Parlament (Løgting) in Tórshavn und forderte die Einrichtung einer Telefonleitung zwischen Tórshavn und seiner Heimatstadt Vestmanna. Er betonte, dass Vestmanna ein geschützter Naturhafen sei, der häufig von Schiffen angelaufen werde. Ein Telefonanschluss, so argumentierte er, würde nicht nur den Einwohnern und dem Handel, sondern insbesondere der Fischereiindustrie zugutekommen. Das Parlament setzte daraufhin eine Kommission ein, die den Vorschlag prüfen sollte.

Nach mehreren Verhandlungen, die teilweise von Meinungsverschiedenheiten geprägt waren, erhielt Ólavur die Genehmigung, die Telefonleitung auf eigene Kosten zu bauen und zu betreiben. Die Leitung führte von Tórshavn über Sund, Oyrareingir und Kvívík zu seinem Hof ​​á Heygum in Vestmanna.

Ólavur kaufte alle benötigten Materialien wie Masten, Drähte und Kabel in Norwegen. Bis 1903 wurden die Masten an verschiedene Standorte geliefert und mit Pferden durch schwieriges Berggelände zu ihren Bestimmungsorten transportiert. Die Arbeiten wurden teilweise von norwegischen Spezialisten durchgeführt und überwacht. Später stellte man fest, dass sowohl die Materialien als auch die Konstruktion der neuen Telefonleitung von ausgezeichneter Qualität waren.

1905 wurde die neue Telefonverbindung offiziell eröffnet. Sie entwickelte sich schnell zu einem so großen Erfolg, dass Ólavur 1906 beim färöischen Parlament die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb aller Telefonverbindungen auf den Färöern beantragte. Der Antrag stieß jedoch auf Skepsis und Kritik, und Ólavur zog seinen Antrag zurück. Das Parlament wollte die Telekommunikationsfragen selbst übernehmen und Verhandlungen mit den dänischen Behörden aufnehmen.

Diese Verhandlungen in Dänemark verliefen erfolgreich, und am 7. August 1906 trafen 37 dänische Telefonarbeiter mit dem Passagier- und Frachtdampfer „S/S Kong Inge“ auf den Färöern ein, um die notwendigen Arbeiten durchzuführen. Da Ólavurs Telefonleitung in das erweiterte Netz integriert werden sollte, wurden ihm seine erheblichen Ausgaben nach langen Verhandlungen mit Zinsen erstattet.

Internationales Telegrafennetz: Inzwischen hatte das Unternehmen Det Store Nordiske Telegrafselskab vom dänischen Staat den Auftrag erhalten, ein Unterseetelegrafenkabel von Schottland über die Shetlandinseln zu den Färöern und nach Island zu verlegen. Am 25. Juli 1906 wurde das Kabel in Sandagerð südlich von Tórshavn an Land gebracht. Am 1. August wurde die neue Telegrafenverbindung unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht.

In Tórshavn wurde im oberen, damals noch unbebauten Teil von Tórsgøta eine Telegrafenstation errichtet. Die Färöer waren somit an die internationale Nachrichtenübermittlung und die Übermittlung wichtiger Ereignisse angeschlossen. Dringende und wichtige Güter konnten nun aus dem Ausland, insbesondere aus Dänemark und Großbritannien, bestellt werden, was dem färöischen Handel und der Fischerei zugutekam.

Carl Hansen und die Telefongesellschaft: Mit der Gründung der Færøernes Amtskommunes Telefonvæsen beschleunigte sich der Ausbau des Telefonnetzes. Bis dahin erreichten alle eingehenden Telegramme nur die Hauptstadt Tórshavn; nun bemühte man sich, Nachrichten schnell in den Rest des Landes weiterzuleiten.

Ab Juli/August 1906 begannen die dänischen Arbeiter unter der Leitung des Telefoningenieurs und Vorarbeiters Carl Hansen mit dem Ausbau der Telefonleitungen von Ólavur. Zunächst wurde eine Verbindung zur Nachbarinsel Eysturoy bis nach Toftir hergestellt, dann nach Søldarfjørður, Gøta, Fuglafjørður und Leirvík. Das Netz wurde bis Borðoy erweitert, zunächst bis Fagralið, dem Standort der ersten Volkshochschule der Färöer, und später bis Klaksvík, der größten Stadt der Nordinseln.

Im selben Jahr wurden auch Verbindungen von Tórshavn nach Velbastaður und Kirkjubøur und von dort per Unterseekabel nach Skopun auf Sandoy eingerichtet. Die Leitung von Vestmanna, der ursprünglichen Endstation, wurde bis zur Insel Vágar verlängert. 1907 wurde der Ausbau fortgesetzt, und am 5. September wurde die Telefonverbindung von Tórshavn nach Suðuroy offiziell eingeweiht.

Das heutige Telefonsystem: Seitdem hat sich viel verändert. In den folgenden Jahren wurden alle kleineren und abgelegenen Dörfer und Inseln an das Telefonnetz angeschlossen. Die nationale Telefongesellschaft erhielt den Namen „Telefonverk Føroya Løgtings“ (Telefondienst des färöischen Parlaments). Entlegene Leuchttürme erhielten Telefonanschlüsse, und die färöische Fischereiflotte wurde mit Funktelefonen ausgestattet.

Mit der Weiterentwicklung der Technologie, darunter Mobiltelefone und das Internet, wurde „Telefonverk Føroya Løgtings“ 1998 in die Aktiengesellschaft „Føroya Tele“ umgewandelt, die heute neben anderen Anbietern das größte Telekommunikationsunternehmen der Färöer ist.

Richard Kühle