Eustahija Arsic und Zaharije Stefanovic Orfelin waren bedeutende serbische Pädagoginnen und Schriftstellerinnen. Sie teilten das Engagement für Bildung, die Aufklärung der Bevölkerung und die Verbreitung von Vernunft und Moral.
Eustahija Arsic gilt als erste bedeutende serbische Schriftstellerin und war eine der ersten gebildeten Frauen in der serbischen Kultur. Sie schrieb in einer Zeit, in der es Frauen sehr schwerfiel, am öffentlichen und kulturellen Leben teilzunehmen, weshalb ihr Werk von besonderer Bedeutung ist. Arsic behandelte in ihren Werken moralische, erzieherische und soziale Fragen, insbesondere die Stellung der Frau und die Bedeutung von Bildung. Ihre bekanntesten Werke sind „Mutterrat“ und „Nützliche Gedanken“, in denen sie die Wichtigkeit von Intellekt, Ehrlichkeit und Bildung hervorhebt. Sie war überzeugt, dass eine gebildete Frau zum Fortschritt der Familie und der gesamten Gesellschaft beiträgt. Sie schrieb in einem einfachen Stil, um ihre Botschaften einem breiten Publikum verständlich zu machen. Sie sprach mehrere Sprachen. Man sagte, sie habe Voltaire, Wieland, James Thomson usw. übersetzt. Wie George Sand, mit der sie oft verglichen wurde, veröffentlichte Eustahija ihr erstes Werk 1814 anonym in Budim. Ihren Namen verbarg sie unter einem der beiden Gedichte, die dem Buch beigefügt waren. Eustahija Arsic war zweifellos eine Vorreiterin des serbischen (literarischen) Feminismus und zugleich eine große Förderin der Literatur.
Zaharije Stefanović Orfelin zählte zu den bedeutendsten und zugleich ungewöhnlichsten Künstlern, die die Serben je hervorgebracht haben. Er war Lehrer, Beamter, Dichter, Grafiker, Lexikograf, Naturforscher und Historiker. Der Beginn der neuen serbischen Literatur wird mit Zaharije Orfelin in Verbindung gebracht. Als einer der aufgeklärtesten Serben des 18. Jahrhunderts beherrschte er mehrere Sprachen, bereiste weite Teile Europas und hinterließ zahlreiche bedeutende Werke. Er ist der Autor der berühmten Kalligrafie (1778) und mehrerer Kupferstiche mit Motiven der Klöster von Fruska Gora. Sein Lebenswerk ist das zweibändige Werk „Das Leben Peters des Großen“. Er gab die erste und einzige Ausgabe der ersten serbischen Zeitschrift „Slawisch-Serbische Zeitschrift“ heraus und verfasste außerdem das Handbuch „Der erfahrene Keller“. Sein Beitrag zur serbischen Kultur zeigt sich in der Einführung neuer literarischer Formen und der Verbreitung der Ideen der Aufklärung.