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Landschaft - Skarð

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Über Landschaft - Skarð

Die Insel Kunoy ist geprägt von einer durchgehenden, hohen Bergkette, die sich von Süden nach Norden erstreckt. Einzige Ausnahme bildet die tiefe Schlucht Skarðsgjógv, die der Siedlung ihren Namen gab. Unterhalb der 800 Meter hohen Berge im Nordosten der Insel liegt das Dorf Skarð.

Das Dorf ist per Boot erreichbar, der Anlegeplatz jedoch schwer zugänglich. Es gibt zwei Wanderwege, von denen einer sehr anspruchsvoll ist und das Dorf dadurch relativ isoliert macht. Von Haraldssund nach Skarð sind es etwa sieben Kilometer, und dieser Weg ist relativ leicht zu begehen. Der andere Weg ist anspruchsvoller und extrem gefährlich. Er führt durch die Schlucht bis zum Dorf Kunoy auf der gegenüberliegenden Seite. Die Einwohner von Skarð nutzten diesen Weg, um in die Kirche zu gehen oder Besorgungen in Kunoy zu erledigen, und sie trugen auch Särge über die Schlucht zum Friedhof in Kunoy.

Umgeben von Bergen auf der einen und dem Meer auf der anderen Seite, war das Dorf Skarð eng mit diesen Naturgewalten verbunden. Die Bewohner lebten von dem, was Land und Meer ihnen boten. Seit Jahrhunderten lebten hier Menschen, doch wer sich als Erster in Skarð niederließ, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass die Geschichte des Dorfes am 26. Januar 1919 endete.

Die ursprüngliche Siedlung befand sich von Anfang an an einem anderen Ort. 1824 wurde das Dorf durch einen Erdrutsch und eine Überschwemmung schwer beschädigt. Niemand wurde verletzt, doch die Bewohner waren so verängstigt, dass sie ihre Häuser etwa 100 Meter weiter südlich verlegten.

1801 gab es nur drei Häuser und zwölf Einwohner, doch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung auf 31 Personen in sechs Häusern.

Die weiten, grünen und fruchtbaren Täler um Skarð boten gute Weideflächen für das Vieh, doch der Getreideanbau gestaltete sich schwierig, da die beschatteten Gebiete die Erträge begrenzten.

Das Fischen in Skarð war schon immer beschwerlich, teils weil die Einwohnerzahl nie sehr hoch war, vor allem aber, weil die hohen Klippen das Dorf vom Meer trennen. Skarð zählt zu den gefährlichsten Brandungszonen der Nördlichen Inseln.

Das Dorf wurde wiederholt von Schiffsunglücken heimgesucht, und diese tragischen Ereignisse verdeutlichen die Gefahren des Lebens auf See.

Am 30. März 1835 fuhren die Männer von Skarð zum Fischen hinaus. Nahe der Küste erfasste eine Windböe das Segel, und das Boot kenterte. Keiner der sechs Männer wurde gefunden. Zurück im Dorf blieben vier Witwen mit acht vaterlosen, minderjährigen Kindern zurück.

1872 wurde in Klaksvík ein großer Walfangherd erlegt. Auch die Männer von Skarð beteiligten sich am Walfang. Nachdem sie die Wale zerlegt und aufgeteilt hatten, ruderten sie mit ihrem Anteil zurück nach Skarð, doch in der Nähe der Anlegestelle herrschte starke Brandung. Sie versuchten, das Ufer zu erreichen, doch in diesem Moment kenterte das Boot von einer großen Welle, und alle Männer fielen ins Meer. Einige konnten sich retten, indem sie sich am gekenterten Boot festhielten, doch drei Männer starben bei diesem Unglück.

Das letzte und schwerste Bootsunglück in Skarð ereignete sich am Heiligabend, dem 23. Dezember 1913. Als die Fischer am frühen Morgen zum Fischen hinausfuhren, herrschte gutes Wetter und ruhige See. Doch plötzlich drehte der Wind, und ein heftiger Sturm mit Wirbelwinden, starkem Schneefall und Hagel traf die ahnungslosen Männer, die in kleinen, offenen färöischen Booten auf dem offenen Meer fischten. Drei Fischerboote kehrten an diesem denkwürdigen Heiligabend nicht zurück, und 19 Männer starben auf See: sechs aus dem Dorf Kunoy, sechs aus Norðdepil und sieben aus Skarð.

Dieses Unglück bedeutete den Untergang des Dorfes Skarð. Nur Witwen, ein 70-jähriger Mann und einige kleine Jungen überlebten. Das Dorf konnte es sich nicht leisten, sieben Männer in ihren besten Jahren zu verlieren. Die ersten Bewohner zogen kurz nach dem Unglück weg, und am 26. Januar 1919 verließen die letzten Familien das Dorf. Seitdem ist Skarð verlassen. Die meisten ehemaligen Einwohner ließen sich in Haraldssund nieder.

Der Gymnasialdirektor, Schriftsteller und Dichter Símun av Skarði wurde in Skarð geboren und wuchs dort auf. Er komponierte unter anderem die färöische Nationalhymne „Tú alfagra land mítt“, das Weihnachtslied „Nú ringja kirkjuklokkur“ und das Lied „Á mønu hjalsins stari“, das im Zusammenhang mit dem Bootsunglück von 1913 entstand.

Andras Sólstein