„Igni“ ist ein Werk des andorranischen Künstlers Joan Xandri, das er 2025 in der Retrospektive „Transitori“ in der Sala d’Exposicions del Govern (Regierungsausstellungshalle) präsentierte.
Es handelt sich um eine großformatige Arbeit, bei der lange Striche mit chinesischer Nan-King-Tusche auf bis zu drei Meter hohe Streifen Wenzhou-Reispapier gezeichnet sind.
Das Werk lädt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Natur ein und entführt den Betrachter in eine Welt, in der er die Transformation des Waldes miterleben kann – einen fragilen und komplexen Raum, in dem die gegenseitige Abhängigkeit ihren Höhepunkt erreicht: Der Baum als Individuum hört praktisch auf zu existieren und wird Teil einer kollektiven Realität, insbesondere wenn er von einem Feuer bedroht wird.
Laut dem Künstler ist „Igni“ ein roter Wald, als stünde er in Flammen. Das Material Papier unterstreicht seine Zerbrechlichkeit.
Das Kunstwerk ist so gestaltet, dass der Betrachter es betreten, durch den Papierwald wandern und die von ihm hervorgerufenen Empfindungen erleben kann.
Die Ausstellung kann auch als theoretische Reflexion über die kreativen Möglichkeiten neuer Maltechniken, wie etwa der Tuschemalerei, verstanden werden, die hier auf einem neuartigen Malgrund – Reispapier – angewendet wird.
Während der gesamten Ausstellung wurden einige frühe Werke von Joan Xandri, darunter „Expectants“, „Dualitat“ und „Inequívoc“, neben neueren Arbeiten gezeigt, von denen einige sogar eigens für die Ausstellung geschaffen wurden.
Der Stempel, der ein Detail der roten Reispapierstreifen zeigt, vermittelt die intensive Wirkung, die das Kunstwerk auf den Betrachter ausübt, sobald dieser es betritt.