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PRE-ORDER 550 Jahre Schlachten von Grandson und Murten
Umbruch in Europa
Das Jahr 1476 und die beiden Schlachten bei Grandson und Murten markieren einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. 2026 jähren sich diese Ereignisse zum 550. Mal.
Scharmützel zwischen den Schweizer Eidgenossen und Herzog Karl dem Kühnen von Burgund, die zunächst regional anmuteten, weiteten sich zu einem politischen Erdbeben aus. Burgund, bis dahin eine der mächtigsten Kräfte Europas, begann zu zerfallen, während die Eidgenossen ihre Position als militärische und politische Macht festigten.
Grandson: Verlust des Goldes
Am 2. März 1476 trafen die Truppen Karls des Kühnen bei Grandson auf die Schweizer Eidgenossen. Obwohl die Schlacht militärisch gesehen nahezu unblutig verlief, verloren die Truppen ihr gesamtes Lager, ihre Artillerie und ihren legendären Schatz. Dieser Verlust schwächte die burgundische Armee strategisch und symbolisch und markierte den Beginn des Niedergangs Burgunds als Großmacht.
Murten: Verlust der Vormachtstellung
Die entscheidende Schlacht bei Murten folgte nur wenige Monate später, am 22. Juni 1476. Hier erlitt Karl der Kühne eine vernichtende Niederlage: Seine zahlenmäßig und kriegstechnisch überlegene Armee, die modernste Europas jener Zeit, wurde von den Schweizer Truppen zurückgedrängt, eingekesselt und geschlagen. Diese Schlacht gilt bis heute als einer der Wendepunkte der Schweizer Geschichte – sie stärkte den Zusammenhalt der Eidgenossenschaft und trug zur Festigung ihres Selbstverständnisses als unabhängige politische Gemeinschaft bei.
Ein europäischer Wendepunkt
Grandson und Murten verschoben das Machtgleichgewicht. Burgund, das jahrzehntelang eine politische Macht zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich gewesen war, verlor seinen militärischen Einfluss, sein Prestige und seine Stabilität. Die Schweizerische Eidgenossenschaft etablierte sich derweil endgültig als Militärmacht und erlangte plötzlich Berühmtheit für ihre disziplinierte Infanterie, ihre widerstandsfähigen Formationen und ihre unerwarteten Erfolge gegen die Burgunder. Die Schlacht bei Nancy 1477 markierte das Ende: Karl der Kühne fiel, Burgund zerfiel, und Europa veränderte sich grundlegend.
Das Murten-Panorama
Das Murten-Panorama, von dem ein kleiner Ausschnitt auf der Briefmarke zu sehen ist, ist ein 10 × 100 Meter großes Ölgemälde von nationaler Bedeutung. Es zeigt den Moment, als die Schweizerischen Eidgenossen 1476 in der Schlacht bei Murten die Oberhand über das Herzogtum Burgund errangen. Der deutsche Historien- und Militärmaler Louis Braun schuf das Werk 1893 im Auftrag und arbeitete dabei mit über 40 Assistenten zusammen. Im 19. Jahrhundert waren Panoramen das wichtigste visuelle Massenmedium. Heute ist das Gemälde zusammengerollt und sicher in einem Bunker der Schweizer Armee aufbewahrt.
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