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160 Jahre Mi'kmaq

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Über 160 Jahre Mi'kmaq

Mi’kmaq ist die Sprache der gleichnamigen indigenen Nation, deren Siedlungsgebiet im atlantischen Kanada liegt. Neben der gesprochenen Sprache verwendeten sie Piktogramme, aus denen sich die Mi’kmaq-Hieroglyphenschrift entwickelte. Diese Bildsymbole, zumeist auf Birkenrinde gezeichnet, dienten über Generationen der Wissensweitergabe. Sie bildeten die Grundlage für religiöse Texte und wurden als Gedächtnisstütze genutzt.

1866 erschien das erste gedruckte Buch in Mi’kmaq-Hieroglyphen, verfasst vom luxemburgischen Missionar Christian Kauder und in Wien gedruckt. Kauders Werk entstand im Kontext der Missionsliteratur des 19. Jahrhunderts und ist zugleich das einzige systematisch gedruckte Dokument, das Mi’kmaq-Hieroglyphen verwendet. Das Buch trug dazu bei, Wissen und eine Schrift zu bewahren, die sonst verloren gegangen wären. Heute gilt Kauders Werk als wichtige Quelle für die Sprach- und Kulturforschung. Mi’kmaq ist bis heute eine lebendige Sprache. Obwohl heute hauptsächlich das lateinische Alphabet verwendet wird, bleiben die traditionellen Hieroglyphen ein fester Bestandteil der Tradition der fast 60.000 Mi’kmaq und dienen als sichtbare Zeichen kultureller Identität und Zugehörigkeit sowohl bei Zeremonien, wie dem Festtag der Heiligen Anna, ihrer Schutzpatronin, am 26. Juli, als auch im Alltag, z. B. als Teil von Kunsthandwerk, T-Shirts, Tätowierungen oder sogar Autokennzeichen.