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Charcot - Reisen zu den Färöer-Inseln

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Über Charcot - Reisen zu den Färöer-Inseln

Dr. Jean-Baptiste Étienne Auguste Charcot (15. Juli 1867 – 16. September 1936), weltweit bekannt als „Der Gentleman der Pole“, war ein französischer Wissenschaftler und Polarforscher. Berühmt wurde er durch seine Expeditionen in den südlichen und nördlichen Gewässern an Bord des Schiffes „Pourquoi Pas?“ („Warum nicht?“). Es gab zwei Schiffe gleichen Namens: das erste ein Schoner, das zweite eine dreimastige Bark mit Dampfmaschine. Die Ergebnisse seiner Reisen wurden in Fachzeitschriften und Büchern weltweit veröffentlicht.

Ältere Färinger erinnerten sich mit warmer Nostalgie an Charcot und beschrieben ihn als einen gütigen und scharfsinnigen Mann, einen wahren Freund der Färöer. Charcot selbst bestätigte dies in seinem Werk „Voyages aux Îles Féroé“ (1934), das später auf Färöisch unter dem Titel „Ferðir til Føroya“ erschien. Wie der deutsche Forscher Carl J. Graba beschrieb er die Inseln und ihre Bewohner durchweg positiv und vorbehaltlos.

Seine Berichte zeichnen sich durch die Verbindung von persönlichen Eindrücken aus dem Jahr 1901 mit einer sorgfältigen Analyse der Entwicklungen bis 1934 aus. Bis dahin hatte er die Färöer-Inseln bereits 10- bis 12-mal besucht – für seine Zeit außergewöhnlich.

Charcot besuchte die Färöer-Inseln erstmals 1901, dann 1902 und 1912 und kehrte anschließend bis 1936 mehrmals zurück; lediglich der Erste Weltkrieg unterbrach seine Besuche. Trotz Warnungen aus Frankreich vor den harten Lebensbedingungen antwortete er unerschütterlich: „Pourquoi Pas?“ – dieselbe Antwort, die er zuvor schon seinem Vater, dem renommierten Neurologen Jean-Martin Charcot, gegeben hatte.

Bei seiner Ankunft in Tórshavn im Jahr 1901 beschrieb er eine Gesellschaft, die vom Fischfang, der Schafzucht und der Jagd geprägt war. Die Infrastruktur war nahezu nicht vorhanden: kein Kai, kein Telegraf, nur eingeschränkte Postdienste und weder Straßen noch Autos. Lediglich das Schiff „Smiril“ verband die Inseln. Dennoch hob er die Bevölkerung als gebildet, freundlich und fleißig hervor.

Bis 1934 beobachtete Charcot beachtliche Fortschritte: Bevölkerungswachstum, Modernisierung, Elektrizität, Banken und eine verbesserte Gesundheitsversorgung. Tórshavn hatte sich deutlich vergrößert, und neue Baumaterialien und Handelswaren hatten das Stadtbild verändert. Trotz dieser Veränderungen hielt er den Charakter der Menschen für im Wesentlichen unverändert.