Das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts waren geprägt von unglaublichen technischen und technologischen Erfindungen in den Bereichen Mechanik, Optik, Akustik, Elektrizität und Elektronik, wie etwa der Fotografie, der Fernsprechübertragung und dem Fernsehen.
FOTOGRAFIE – Der „Vater der Fotografie“ ist der französische Chemiker und Erfinder Joseph Nicéphore Niépce (1765–1833). Nach einer Reihe erfolgloser Versuche, dauerhafte Fotografien herzustellen, konzentrierte sich Niépce Anfang des dritten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts ganz auf eine spezielle Asphaltart, das sogenannte „Judäische Bitumen“. Er beschichtete ein Stück Zinkblech mit diesem Asphalt, das nach mehrstündiger Belichtung in einer Camera obscura zunächst mit Öl abgewaschen und anschließend in Säure „gebadet“ wurde. So entstanden die ersten dauerhaften Fotografien. Obwohl einige Historiker (unbegründet) behaupten, Niépce habe bereits 1824 die ersten „dauerhaften Heliogravuren“ angefertigt, gilt das Jahr 1826 als Geburtsstunde der Fotografie. In diesem Jahr wurde die weltweit erste erhaltene fotografische Aufnahme – „Blick aus einem Fenster in Le Grasse“ – aus dem Fenster von Niépces Haus im ostfranzösischen Dorf Saint-Loup d’Varennes gemacht.
TELEFON – Ein Telefon ist ein Telekommunikationsgerät, das es zwei Personen ermöglicht, Hunderte von Kilometern voneinander entfernt miteinander zu sprechen. Obwohl die Geschichte die Versuche mehrerer Dutzend Experimentatoren dokumentiert, die menschliche Stimme über einen Kupferdraht so zu übertragen, dass der Empfänger dieses „Signals“ es hören und verstehen konnte, wird die Erfindung des Telefons dem amerikanischen Wissenschaftler schottischer Herkunft, Alexander Graham Bell (1847–1922), zugeschrieben. Am 7. März 1876 erhielt er ein Patent für ein Gerät, das mithilfe einer Membran und elektrischem Strom die menschliche Stimme in ein Signal umwandelte, das dann über Kabel übertragen werden konnte. Nur drei Tage später, während einer Vorführung der praktischen Anwendung des Telefons an der Boston University, rief Bell seinen Assistenten Thomas Watson, der sich in einem anderen Raum befand, zu sich und sagte: „Mr. Watson, kommen Sie her, ich möchte Sie sehen!“ Diese wenigen Worte stellen die erste erfolgreiche Übertragung verständlicher menschlicher Sprache über das Telefon dar.
FERNSEHEN – Fernsehen ist ein elektronisches System, das Bilder und Ton in elektrische Signale umwandelt. Diese werden drahtlos oder per Kabel an einen Empfänger (Fernseher) übertragen, wo sie wieder in Bilder und Ton umgewandelt werden. Die grundlegenden Prinzipien der Bild- und Tonübertragung über große Entfernungen wurden 1884 von dem deutschen Elektrotechniker Paul Gottlieb Nipkow (1860–1940) entwickelt. Es dauerte jedoch weitere vier Jahrzehnte, bis der schottische Erfinder John Logie Baird (1888–1946) die Funktionsweise von Nipkows spiralförmig perforierter Scheibe deutlich verbesserte und ein brauchbares mechanisches Fernsehsystem entwickelte, mit dem er am 26. Januar 1926 in London die erste öffentliche Vorführung von Schwarzweißfernsehen durchführte…