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Färöisches Pferd
Das Färöer-Pferd – Eine Geschichte des Überlebens
In den 1960er Jahren war das Färöer-Pferd vom Aussterben bedroht; nur noch fünf Tiere existierten. Heute ist seine Geschichte ein Überlebenskampf, der noch immer andauert.
Das Färöer-Pferd ist ein einheimisches Haustier der Färöer, das mit den ersten Siedlern auf die Inseln kam. Es hat sich an die färöische Landschaft und die traditionelle Landwirtschaft angepasst und sich so zu einem kleinen, robusten Pferd mit ruhigem und sanftem Wesen entwickelt. Das Färöer-Pferd gilt als einer unserer ältesten und wertvollsten Kulturschätze und hat zweifellos eine entscheidende Rolle für den Erhalt der färöischen Gesellschaft gespielt. Jahrhundertelang, bevor moderne Werkzeuge und Geräte importiert werden konnten, diente das Pferd den Bauern als Transportmittel und Arbeitstier zur Feldarbeit. Genetische Analysen bestätigen, dass es eine eigenständige Rasse darstellt, die jedoch eng mit Island- und Shetlandpferden verwandt ist.
Mit dem Wachstum und dem Gewicht der landwirtschaftlichen Geräte stieg auch der Bedarf an größeren Zugpferden. Ausländische Pferde, vorwiegend norwegische und isländische, wurden importiert und mit den färöischen Pferden gekreuzt. Gleichzeitig wurden viele färöische Pferde nach Großbritannien verkauft, um dort in den Kohlebergwerken zu arbeiten. Schätzungen zufolge gab es Anfang des 19. Jahrhunderts etwa 800 Pferde auf den Färöer-Inseln. Durch die Kreuzung und den Export von Pferden erlitt das reinrassige färöische Pferd jedoch einen katastrophalen genetischen Flaschenhals. In den 1960er Jahren lebten nur noch fünf Zuchtpferde, die alle von denselben vier Tieren abstammten. Diese vier Pferde sind heute die Vorfahren der gesamten färöischen Pferdepopulation.
Die Faroese Horse Association (FFR) wurde 1978 mit dem Ziel gegründet, das ursprüngliche färöische Pferd zu erhalten. Damals gab es nur 13 reinrassige färöische Pferde. Dank jahrelanger engagierter Arbeit leidenschaftlicher Pferdeliebhaber konnte die Population erhalten werden und umfasst heute etwa 90 Pferde. Die Arbeit der FFR wird größtenteils von Freiwilligen getragen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist das Färöer-Pferd vom Aussterben bedroht. Um als gefährdet zu gelten, wären mehr als 300 Zuchtstuten erforderlich.
Die Arbeit des Färöer-Verbandes (FFR) umfasst die Organisation des Zuchtprogramms, die Durchführung genetischer Studien, die Registrierung der Pferde im Zuchtbuchsystem Føroya Fongur und die Förderung der Rasse.
Der genetische Flaschenhals hat zu einer sehr geringen genetischen Vielfalt innerhalb der Population geführt, weshalb das Zuchtprogramm sorgfältig gesteuert werden muss. Der FFR arbeitet bei der Zuchtorganisation mit Institutionen wie NordGen und der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften zusammen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhalt der verbleibenden genetischen Vielfalt und der Sicherstellung, dass alle vier Gründerpferde in der Population gleichberechtigt vertreten sind.
In den letzten Jahren hat der FFR an der Einrichtung einer Genbank mit Samen aller färöischen Hengste gearbeitet. Dies wird das genetische Erbe des Färöer-Pferdes für zukünftige Generationen sichern und ist ein wichtiger Bestandteil der Erhaltungsbemühungen. In diesem Projekt kooperierte der Färöische Pferdeverband (FFR) mit dem britischen Unternehmen Stallion AI Services, das über Spezialkenntnisse in der Pferdezucht und -besamung verfügt. Im Sommer 2025 wurde das Projekt abgeschlossen. Es handelt sich dabei vermutlich um das erste Mal, dass das Sperma einer gesamten Tierpopulation eingefroren und konserviert wurde.
Es wurden auch Anstrengungen unternommen, die Zucht färöischer Pferde im Ausland zu fördern. Da der Export färöischer Pferde aufgrund fehlender Gesetze in diesem Bereich noch nicht möglich ist, entwickelte der FFR 2024 gemeinsam mit der dänischen Pferdeklinik Højgård ein Projekt, das färöische Pferde mithilfe von Embryotransfer nach Dänemark bringen sollte. Befruchtete Eizellen wurden färöischen Stuten entnommen und in isländische Stuten, die als Leihmütter dienten, eingesetzt. Die isländischen Stuten, die färöische Fohlen trugen, wurden anschließend zur Geburt nach Dänemark transportiert. So wurden erstmals seit über 100 Jahren drei färöische Fohlen in Dänemark geboren.
Das färöische Pferd, das viele Jahre am Rande des Aussterbens stand, erholt sich nun langsam. Dank enormen ehrenamtlichen Engagements, neuer Technologien und eines wachsenden Interesses am Erhalt der Rasse erobert sie sich allmählich ihren Platz als lebendiger Bestandteil des färöischen Kultur- und Landwirtschaftserbes zurück.
Der Färöische Pferdeverband
Die Briefmarken zeigen Skessa, eine von etwa 35 färöischen Stuten im Zuchtalter. Sie wird sowohl als Zuchtstute als auch als Reitpferd eingesetzt und bereitet ihren Besitzern, ob jung oder alt, große Freude. Die 37-KR-Briefmarke zeigt die Hengste Munin, Mergur, Óðin und Askur auf ihrer Sommerweide in Heltnin. Sie werden im Zuchtprogramm zur Erhöhung des färöischen Pferdebestands eingesetzt. Wenn sie nicht bei den Stuten sind, genießen sie die Gesellschaft der anderen auf den weiten Weiden.
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