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Gemeinsame Ausgabe Kroatien - Spanien

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Über Gemeinsame Ausgabe Kroatien - Spanien

Betina-Gajeta

Die Betina-Gajeta ist ein traditionelles Holzboot, das seit Jahrhunderten ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens der Bewohner von Betina und der Insel Murter ist. Als Mehrzweckschiff gebaut, diente sie dem Transport von Menschen, Vieh, Baumaterialien, Holz, landwirtschaftlichen Geräten, Ernteprodukten und anderen Gütern zwischen den Nachbarinseln, dem Kornati-Archipel und dem Festland. Dank ihres breiten und stabilen Rumpfes konnte sie auch große Ladungen sicher transportieren. Heute gilt sie als eines der wertvollsten Beispiele kroatischen maritimen Erbes. Der organisierte Schiffbau in Betina entwickelte sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Die einheimischen Schiffbauer perfektionierten die Form der Gajeta, um sie an das flache Meer, die zahlreichen Buchten und die Bedürfnisse des Insellebens anzupassen. Jahrelange maritime Tradition, verbunden mit dem Wissen des Schiffbauers, ermöglichte die Entwicklung eines robusten, zuverlässigen und für den täglichen Einsatz auf See geeigneten Schiffes.

Die Boote wurden ohne Pläne, basierend auf der von Generation zu Generation weitergegebenen Erfahrung, gebaut. Die Form des Bootes wurde vom Bootsbauer mithilfe des šest, einer speziellen Holzschablone des Hauptrippenkörpers in natürlichen Proportionen, festgelegt. Auf dieser Schablone wurden alle weiteren Rippen mithilfe einer Messlatte abgeleitet, während die übrige Rumpflinie allein vom Geschick und dem „Auge“ des Bootsbauers abhing. Für den Bau wurden verschiedene hochwertige Hölzer aus der Region verwendet, die je nach Verwendungszweck der einzelnen Bootsteile ausgewählt wurden. Die Betina-Gajeta ist zwischen 5 und 8 Metern lang und innen offen, um den Laderaum optimal zu nutzen, während Bug und Heck zum besseren Schutz während der Fahrt geschlossen sind. Traditionell war sie mit einem Lateinersegel und Rudern ausgestattet. Bei Windstille ruderte die Besatzung das Schiff, oft über mehrere Stunden. Die Segelführung erforderte umfangreiche Erfahrung und gute Kenntnisse über Wind und See. Hinsichtlich ihrer Entwicklungsstufen unterscheidet man den älteren, robusteren Gajeta-Typ für den Transport schwerer Ladung und den neueren, eleganteren Typ, der sich dank vereinfachter Manövrierbarkeit und Anpassung an modernere Navigationsbedingungen für schnelleres und leichteres Segeln eignet.

Alle Boote des Typs Betina Gajeta werden seit Kurzem nach einem speziellen Verfahren und den für den Holzschiffbau in Betina charakteristischen Regeln gefertigt. Der Bauprozess verläuft traditionell in elf streng definierten Phasen, von der Bedarfsermittlung des Kunden und der sorgfältigen Holzauswahl bis hin zur Endausrüstung. Die Betina Gajeta weist mehrere Besonderheiten auf, darunter die Soha, ein charakteristisches U-förmiges Segel. Jede Soha ist beweglich und verfügt über einen eigenen Schlitz oder Kasten. Auf der Gajeta waren vier bis fünf Sohas abwechselnd angeordnet. Zwei außenliegende Holzklampen befinden sich an jeder Seite des Hecks zum Spannen und Umwickeln der Segelschot. Ein weiteres typisches Element ist die Skala am Bug, eine spezielle Holzstufe, die das Ein- und Aussteigen von Personen, Werkzeug und Vieh an flachen und felsigen Ufern erleichtert. Ende der 1950er-Jahre wurden die Gajeta-Boote flächendeckend mit Innenmotoren ausgestattet, was geringfügige Rumpfmodifikationen erforderte. Gleichzeitig führt der Ausbau der Straßeninfrastruktur und veränderte Lebensgewohnheiten dazu, dass die traditionellen Arbeitsboote der Arbeiter nach und nach an Bedeutung verlieren.

Einen besonderen Platz in der Bewahrung dieses Erbes nimmt die Regatta der traditionellen Holzschiffe „Za dušu i tilo“ („Für Leib und Seele“) ein, die jährlich Eigner, Schiffbauer und Liebhaber der maritimen Geschichte zusammenbringt. Traditionell ausgestattete Gajeta-Boote nehmen an der Regatta teil und lassen das Erscheinungsbild und die Segelkunst vergangener Zeiten wieder aufleben. Die Veranstaltung hat sich zu einem der wichtigsten Feste traditioneller Boote an der kroatischen Adria entwickelt und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Identität von Betina, der Insel Murter und des kroatischen maritimen Erbes.

Llaüt mallorquinisch-balearisch – ein traditionelles Boot der Balearen

Die Llaüt (auch Llaüt) ist eines der bekanntesten traditionellen Schiffe des westlichen Mittelmeers und eines der wichtigsten Symbole des maritimen Erbes der Balearen. Jahrhundertelang war sie im Alltag der Inselbevölkerung unverzichtbar und diente dem Fischfang, dem Transport von Personen und Gütern sowie der Verbindung abgelegener Küstenorte und Inseln. Obwohl ihre ursprüngliche wirtschaftliche Rolle heute fast verschwunden ist, bleibt die Llaüt ein wertvoller Bestandteil der kulturellen Identität der Balearen und ein Beispiel für den erfolgreichen Erhalt traditioneller Schiffbaukunst. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Form und Konstruktion an die lokalen Bedürfnisse angepasst, die charakteristischen Merkmale, die sie so unverwechselbar machen, sind jedoch erhalten geblieben.

Die traditionelle Llaüt wurde von erfahrenen Schiffbauern, den sogenannten Mestres d'Aixa, aus einheimischen Holzarten wie Kiefer, Olive, Mandel und Johannisbrot gefertigt. Jedes Boot wurde in Handarbeit gebaut und vereint so Funktionalität, handwerkliches Können und ästhetischen Wert. Zu den wichtigsten Konstruktionsmerkmalen der Llaut gehören ein breiter, runder Holzrumpf, ein flacher oder leicht erhöhter Bug, ein abgerundetes Heck und ein tiefer Tiefgang, der für außergewöhnliche Stabilität während der Fahrt sorgt. Traditionell war sie mit einem Lateinersegel ausgestattet, das eine effiziente Navigation bei unterschiedlichen Windrichtungen ermöglichte, während Ruder zum Manövrieren dienten. Die Rumpfform, oft mit einem Riss verglichen, ermöglichte ein leichtes Segeln über Wellen und einen effektiven Wasserablauf vom Deck. Diese Bauweise machte die Llaut zu einem zuverlässigen Schiff für die tägliche Arbeit der Fischer, aber auch für längere Fahrten zwischen den Inseln.

Mit der Weiterentwicklung der Technologie wurde die Llaut angepasst. Heutige Modelle sind meist mit Diesel- oder Elektromotoren ausgestattet, und viele bieten modernen Komfort mit Kabinen, Sonnenliegen und moderner Navigationsausrüstung. Dennoch blieben das charakteristische Aussehen des Holzrumpfs und die traditionelle Silhouette erhalten, wodurch maritime Tradition und moderne Anforderungen des nautischen Tourismus erfolgreich miteinander verbunden wurden. Seine Stabilität, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, flache Buchten zu erreichen, machen es zu einem idealen Boot für Freizeitfahrten, Sportfischen und die Erkundung des Küstenerbes.

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der traditionellen Llaut-Bootsbauer deutlich zurückgegangen, weshalb der Erhalt dieses Handwerks eine wichtige Herausforderung darstellt. Auf den Balearen gibt es Vereine, die sich der Restaurierung alter Boote und der Weitergabe des Schiffbauwissens an neue Generationen widmen. Besonders hervorzuheben sind Projekte zur Restaurierung historischer Llaut-Boote und Initiativen zur Einrichtung von Schulen für traditionellen Schiffbau und maritimen Museen. Der Erhalt dieses Handwerks trägt zum Schutz traditioneller Schiffbaukunst, der maritimen Identität und der Lebensweise bei, die die Küstengemeinden des Mittelmeers seit Jahrhunderten prägt.