Mit Herz und Hand
Diese Reihe widmet sich einer Auswahl traditioneller Handwerksberufe, die auch in unserer oft schnelllebigen, digitalen Welt ihren Platz haben.
Für viele junge Menschen beginnt diesen Sommer mit dem Berufsstart ein neuer Lebensabschnitt. Besonders beliebt ist die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau. Danach folgen, mit etwas Abstand, Ausbildungen im Bauwesen, Hochbau, Tiefbau, in der Sozialarbeit und in der Beratung. Doch was ist mit den seltenen Berufen, insbesondere dem traditionellen Handwerk?
Seltene Berufe in der Schweiz
Berufe mit maximal 40 Auszubildenden in einer dreijährigen oder 60 in einer vierjährigen Ausbildung gelten als
„seltene Berufe“. „Von den rund 300 verschiedenen Ausbildungsberufen in der Schweiz gehören etwa 60 zu dieser Kategorie“, erklärt Romain Rosset, Vorsitzender des Schweizer Netzwerks der seltenen Berufe. Er betont, dass „selten“ nicht zwangsläufig „aussterbend“ bedeutet: „Manche seltene Berufe gewinnen sogar an Bedeutung, wie beispielsweise Hörgeräteakustiker (mit eidgenössischem Berufsabschluss) oder Seilbahnmechaniker (mit eidgenössischem Berufsabschluss).“ Der 2019 gegründete Verband fördert seltene Berufe, die oft mit besonderen Herausforderungen verbunden sind: Auszubildende absolvieren ihre Ausbildung häufig fernab der Heimat, und kleine Betriebe tragen eine hohe Verwaltungslast. Aus diesem Grund stärkt das Netzwerk gezielt die Zusammenarbeit zwischen den Betrieben.
Mit Werkzeug und Leidenschaft
Nur wenige Auszubildende pro Jahr ergreifen die traditionellen Handwerksberufe, die auf den Briefmarken abgebildet sind. „Und doch sind ihre Fähigkeiten gefragt. Wer sonst soll in Zukunft Pferde beschlagen, Instrumente reparieren oder Schuhe flicken?“, fragt Romain. Vier Auszubildende erklären, warum sie sich bewusst für diesen Weg entschieden haben und was sie daran begeistert.