Marisa Paredes zählt zu den bedeutendsten spanischen Schauspielerinnen der letzten Jahrzehnte. Ihre Laufbahn erstreckt sich über mehr als sechzig Jahre, in denen sie in zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.
Im Laufe ihrer Karriere spielte sie in über 75 Filmen, mehr als 80 Fernsehproduktionen und 15 Theaterstücken. Dabei spezialisierte sie sich auf Rollen starker, ambivalenter, zerrissener und leidenschaftlicher Frauen, die stets einen Hauch von Geheimnis umgab – und die dennoch zutiefst menschlich wirkten.
Sie wurde 1946 in Madrid geboren und verbrachte ihre Kindheit in der Nähe des heutigen Teatro Español an der Plaza de Santa Ana, von wo aus sie das Leben der Schauspielerinnen und Schauspieler beobachten konnte.
Sie absolvierte eine Ausbildung an der Escuela de Arte Dramático in Madrid. Ihr Filmdebüt gab sie bereits im Alter von 14 Jahren in dem Spielfilm *091, policía al habla* von José María Forqué. Ein Jahr später folgte ihr Theaterdebüt im Ensemble von Conchita Montes mit dem Stück *Esta noche tampoco*.
Ab 1964 arbeitete sie für den Sender TVE an der Theaterreihe *Estudio 1* und kooperierte mit Filmemachern wie Fernando Trueba (*Ópera Prima*), Jaime Chávarri (*Las bicicletas son para el verano*) und José Sacristán (*Cara de acelga*).
1983 begann ihre Zusammenarbeit mit Pedro Almodóvar, der sie mit dem Film *Entre tinieblas* als „Chica Almodóvar“ (Almodóvar-Girl) einem breiten Publikum bekannt machte. Die Kooperation mit dem Regisseur aus La Mancha setzte sich in weiteren Spielfilmen fort, darunter *Tacones lejanos* und *La flor de mi secreto*; für letzteren erhielt sie eine Nominierung für den Goya als beste Hauptdarstellerin.
Durch Almodóvar erlangte sie auch internationale Bekanntheit, was ihr die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Roberto Benigni (*La vida es bella*), Arturo Ripstein (*Profundo carmesí*) und Guillermo del Toro (*El espinazo del diablo*) ermöglichte. Im Laufe ihres Lebens wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Nationale Filmpreis, die Goldmedaille für Verdienste um die Schönen Künste sowie der Ehren-Goya im Jahr 2018. Auf internationaler Ebene erhielt sie 2010 die „Grande Médaille de Vermeil“ der Stadt Paris.
Außerhalb des künstlerischen Bereichs ist ihr Vorsitz in der Spanischen Filmakademie hervorzuheben, den sie von 2000 bis 2003 innehatte.
Marisa Paredes verstarb am 17. Dezember 2024 im Alter von 78 Jahren in Madrid.