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Figuren - Consuelo Berges

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Über Figuren - Consuelo Berges

Consuelo Berges (1899–1988) wurde in Ucieda (Kantabrien) geboren und wuchs bei ihren Großeltern väterlicherseits auf. Dank der Bibliothek ihrer Großmutter brachte sie sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Nach dem Tod ihrer Großeltern zog sie mit 15 Jahren nach Santander, wo sie die Lehrerbildungsanstalt absolvierte.

Sie begann ihre Tätigkeit als Lehrerin in Cabezón de la Sal an der von Matilde de la Torre gegründeten Schule. 1924 veröffentlichte sie erstmals in der Zeitung „La Región“ unter dem Pseudonym Yasnaya Poliana, einer Anspielung auf Leo Tolstois Nachlass.

1926 ging sie nach Peru, wo sie weiterhin unterrichtete und literarische Artikel veröffentlichte. 1928 zog sie nach Buenos Aires, wo sie unter anderem mit Concha Méndez und anderen Intellektuellen ihrer Zeit Freundschaft schloss.

Im Herbst 1931, nach der Ausrufung der Zweiten Republik, kehrte Berges nach Spanien zurück und ließ sich in Madrid nieder, wo sie sich als eine der entschiedensten Verfechterinnen der Frauenrechte etablierte. Sie war Vizepräsidentin des Fünften Internationalen Frauenkongresses, der 1932 in Madrid stattfand. Trotz ihrer prekären finanziellen Lage veröffentlichte sie weiterhin Artikel und lehnte diverse Positionen ab, da sie „keine Leitung übernehmen wollte“. 1939, kurz vor dem Fall Barcelonas, gelang ihr die Flucht aus der Stadt nach Portbou. Später ging sie nach Paris, wo sie sich bis 1943 versteckt hielt, bis sie von den Deutschen verhaftet und nach Spanien deportiert wurde.

Dank des Eingreifens von unter anderem Concha Espina entging sie einer Haftstrafe, durfte aber keine ihrer Werke mehr veröffentlichen. Von da an wurde das Übersetzen ihr einziges Mittel, um mit der Literatur in Kontakt zu bleiben. Sie übersetzte Werke von Gustave Flaubert, Jean de La Bruyère, Marcel Proust und anderen und wurde zu Spaniens führender Stendhal-Expertin. Vor allem aber setzte sie sich zeitlebens für bessere Arbeitsbedingungen von Buchübersetzern und deren Anerkennung als Autoren ihrer Übersetzungen ein. Sie war die erste Übersetzerin, die Tantiemen für den Verkauf ihrer eigenen Werke erhielt.

1956 gewann sie den Fray-Luis-de-León-Übersetzungspreis des spanischen Bildungsministeriums für ihre Übersetzung von Jean Descolas „Geschichte des christlichen Spaniens“.

1955 gründete sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Marcela de Juan die APETI (Berufsverband der Übersetzer und Dolmetscher), die Grundlage und Inspiration für die heutigen Berufsverbände für Übersetzer und Dolmetscher in Spanien.