250 Jahre Hospital de São José
Nach dem Erdbeben von 1755 und den darauffolgenden Bränden war das nahe dem Rossio gelegene Hospital Real de Todos-os-Santos schwer beschädigt. Obwohl sein Erhalt in den Wiederaufbauplänen für die Baixa Pombalina zunächst vorgesehen war – und bereits wenige Wochen später Restaurierungsarbeiten am Gebäude begannen –, wurde dieses Vorhaben letztlich nicht umgesetzt.
Im September 1769 wurde das ehemalige Colégio de Santo Antão-o-Novo per königlichem Dekret der Verwaltung des Hospital Real de Todos-os-Santos unterstellt, um die notwendigen Umbauten für den Umzug des Krankenhauses an diesen Standort vorzunehmen. Das im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtete ehemalige Jesuitenkolleg stand seit 1759 leer – infolge der Vertreibung der Gesellschaft Jesu (Jesuitenorden) im Zuge der Távora-Affäre – und war bereits vorübergehend als öffentliches Krankenhaus für Kranke genutzt worden.
Aufgrund verschiedener architektonischer Merkmale, die aus Sicht des öffentlichen Gesundheitswesens von besonderer Bedeutung waren – ein bei Gebäuden der Jesuiten stets beachteter Aspekt –, wurde das Kolleg als neuer Standort für das Hospital Real de Todos-os-Santos ausgewählt. Der Umzug erfolgte am 3., 4. und 5. April 1775 und markierte die Geburtsstunde des Hospital de São José, benannt zu Ehren seines königlichen Gründers.
200 Jahre Escola Régia de Cirurgia
Obwohl die praktische medizinische Ausbildung in Portugal ihren Ursprung im Hospital Real de Todos-os-Santos hatte (wie in dessen Statuten von 1504 festgelegt), wurde nie eine formelle Schule zu diesem Zweck gegründet. Nach dem Umzug in das Hospital Real de São José nahm die Idee auf Initiative von Dr. Manuel Constâncio, dem Leiter des Anatomieunterrichts, Gestalt an. Er verstarb 1817 und erlebte die Gründung der Escola Régia de Cirurgia, die schließlich 1825 von seinen Schülern ins Leben gerufen wurde, nicht mehr. Wenige Jahre später, im Zuge der 1836 von Passos Manuel eingeführten Bildungsreform, wurde aus der Escola Régia die Escola Médico-Cirúrgica de Lisboa; diese Bezeichnung blieb bis zur Ausrufung der Republik bestehen, als die Einrichtung in Faculdade de Medicina de Lisboa umbenannt wurde. Während dieses gesamten Zeitraums (1825–1911) war die Einrichtung stets auf dem Gelände des Hospital Real de São José untergebracht – zunächst in den Krankenstationen und ab 1856 in einem separaten Gebäude auf dem Krankenhausareal, in dem zuvor ein von Arrábida-Mönchen geführtes Hospiz bestanden hatte.