Niedlich und wachsam
Die neue Serie „Bedrohte Tierarten“ startet mit dem Europäischen Ziesel und stellt damit das erste einheimische Tier vor, dessen Überleben bedroht ist.
Das kleine Ziesel, auch Europäisches Ziesel genannt, ist ein Nagetier und gehört zur Familie der Hörnchen. Europäische Ziesel sind in Südost-Mitteleuropa heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet in Österreich erstreckt sich vom Osten Niederösterreichs bis ins zentrale Burgenland. Sie ernähren sich hauptsächlich von Blättern, Samen und Wurzeln, verschmähen aber auch Käfer und Raupen nicht. Vor dem Winterschlaf legen sie sich einen Fettvorrat an, der sie bis zum Frühjahr versorgt.
Ziesel leben in großen Kolonien in Erdbauten. Jedes Tier gräbt seinen eigenen Bau. Man unterscheidet zwei Arten: Nestbauten mit mehreren Verzweigungen, die der Aufzucht der Jungen und dem Winterschlaf dienen, und einfache Baue, die als Versteck vor Gefahren dienen. Bei der Überwachung ihrer Umgebung stellen sich die Erdhörnchen auf die Hinterbeine und stoßen einen Pfiff aus, um vor drohender Gefahr zu warnen. Daher benötigen sie offene, steppenartige Lebensräume mit kurzem Gras, wie sie auf trockenen Rasenflächen, Strohwiesen, Brachland, Ödland und an Feldrändern vorkommen. In Österreich finden sie diese Bedingungen hauptsächlich in Weinbergen, aber auch in Parks, auf Sportplätzen und Golfplätzen sowie an Flughafenrändern. Erdhörnchen sind in Österreich stark gefährdet und stehen daher unter strengem Schutz. Die einzelnen Populationen, beispielsweise im Wiener Umland von Stammersdorf und in den Weinbergen um Krems, sind voneinander isoliert, und intensive Landwirtschaft sowie die zunehmende Bebauung verringern ihren Lebensraum weiter.