Am 11. Mai 2026 gab die französische Post, La Poste, ein Briefmarkenheft mit zwölf Briefmarken zum Thema „Mutterschaft in der Kunst“ heraus. Mutterschaft inspirierte zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aller Epochen und Kunstrichtungen.
Lange Zeit war die Darstellung von Mutterschaft in der westlichen Malerei tief in der christlichen Kultur verwurzelt. Vorwiegend von Männern repräsentiert, nahm sie oft die idealisierten Züge der Jungfrau mit dem Kind an, Figuren der Frömmigkeit und Reinheit, und später die von königlichen Müttern, die dem Gebot der Fruchtbarkeit unterworfen waren, um die dynastische Kontinuität zu sichern. Ab dem späten 19. Jahrhundert entwickelten sich die Perspektiven. Claude Monet rückte die Mutterschaft in den Alltag, fernab vom Sakralen, während Fernand Léger und Wassily Kandinsky stilisierte oder symbolische Interpretationen anboten. Ein entscheidender Wendepunkt war erreicht, als Künstlerinnen sich des Themas annahmen.
Um 1890 widmete Mary Cassatt einen Großteil ihres Werkes Frauen, die sich um Kinder kümmerten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brach Paula Modersohn-Becker ein Tabu, indem sie Schwangerschaft und den runden Babybauch halbnackt darstellte. Später malte Alice Neel ihrerseits zahlreiche schwangere Frauen und Mütter und zeigte die körperlichen Veränderungen ungeschönt. Anlässlich des Muttertags lädt dieses Briefmarkenheft dazu ein, zwölf Werke zu entdecken, die Mutterschaft in all ihrer Vielfalt zeigen.