Am 13. April 2026 gab die französische Post (La Poste) eine Briefmarke zum Gedenken an L’Œuvre d’Orient (Das Werk des Ostens) heraus, um das 170-jährige Engagement des Vereins für Christen im Nahen Osten zu würdigen.
L’Œuvre d’Orient wurde 1856 in einer historisch bedeutsamen Zeit gegründet: nach dem Ende des Krimkriegs und der Unterzeichnung des Pariser Friedensvertrags, der Frankreichs Rolle beim Schutz der Christen im Osmanischen Reich anerkannte. Damals noch unter dem Namen Œuvre des écoles d’Orient (Werk der Schulen des Ostens) bekannt, entstand der Verein auf Initiative von Laienprofessoren der Sorbonne, die sich um den renommierten Mathematiker Baron Cauchy versammelt hatten, um die Gründung von Schulen im Libanon zu unterstützen. Sie waren überzeugt, dass Bildung für die Zukunft jeder Gesellschaft unerlässlich ist.
Nach den Massakern an Christen durch die Drusen im Jahr 1860 empfahl Pater Charles Lavigerie, der erste Direktor der Organisation, deren Aktionsradius auszuweiten. Dies markierte den Beginn einer langen Geschichte der Solidarität.
So gehörte Bischof Félix Charmetant, der damalige Direktor, bereits 1895 zu den aktivsten Persönlichkeiten in Frankreich, die die Massaker und Verbrechen an Armeniern anprangerten und Spenden für deren Unterstützung sammelten.
Seitdem unterstützt L’Œuvre d’Orient Christen im Nahen Osten in den dramatischsten Momenten ihrer Geschichte: Naturkatastrophen, Kriege, Hungersnöte, Vertreibungen… Im Jahr 2026 feiert L’Œuvre d’Orient, ein überparteilicher französischer Verein, sein 170-jähriges Bestehen. Die Organisation ist in 23 Ländern vertreten, vom Nahen Osten bis Osteuropa, vom Horn von Afrika bis Südindien, und unterstützt christliche Gemeinden, die sich täglich vor Ort für alle Menschen einsetzen – durch Bildung, Gesundheitsversorgung, soziale und humanitäre Hilfe sowie Kultur- und Denkmalpflege.
Weil das Fest der Erscheinung des Herrn für die Ostchristen gleichbedeutend mit Weihnachten ist, hat L’Œuvre d’Orient sein Jubiläum unter das Zeichen der Feier der Erscheinung des Herrn oder der Anbetung der Heiligen Drei Könige gestellt, einem Gemälde von Augustin Frison-Roche, einem Symbol für den spirituellen Reichtum des Ostens und die Universalität der Botschaft, die er seit seiner Gründung trägt.