Am 13. April 2026 gab die französische Post (La Poste) eine Briefmarke heraus, die das Seekabelschiff zeigt, das Kontinente verbindet und die vernetzte Welt von heute seit über einem Jahrhundert prägt – eine Kombination aus maritimer Abenteuerlust und technologischer Errungenschaft.
Mehr als 99 % des weltweiten Internetverkehrs werden über Unterwasser-Glasfaserkabel entlang des Meeresbodens übertragen, von denen einige Tausende Kilometer lang sind. Ende 2025 zählte die Website TeleGeography 570 in Betrieb befindliche und 81 geplante Kabel. Diese Kabel sind die Nachfolger der alten Telegrafen- und Telefonleitungen, die nach der Erfindung des Morsecodes im Jahr 1837 auf dem Meeresboden verlegt wurden. 1851 verband die erste Kabelverbindung Frankreich (Calais) mit England (Dover). 1858 wurden die Vereinigten Staaten und Europa erstmals miteinander verbunden. Für die damaligen Kolonial- und Seemächte wurden die Unterwasser-Telekommunikationskabel zu einer strategischen Infrastruktur.
Frankreich richtete 1863 in Toulon den ersten Unterseekabeldienst mit elektrosemaphorischen Signalen ein. Ausgestattet wurde er mit einem aus England erworbenen Schiff: der „Dix-Décembre“, einem zum Kabelschiff umgebauten Dampfschiff, das 1870 in „Ampère“ (das erste Schiff dieses Namens) umbenannt wurde. Es blieb bis 1925 im Einsatz. Danach wurden 25 weitere französische Kabelschiffe gebaut, von denen 13 noch heute in Betrieb sind. Sechs werden von Orange Marine, einer Tochtergesellschaft des Telekommunikationsunternehmens, betrieben, und sieben von Louis-Dreyfus Armateurs im Auftrag von Alcatel Submarine Networks (ASN), einem Glasfaserkabelhersteller, der 2024 vom französischen Staat verstaatlicht wurde. Die französische Flotte, die mit Blick auf Expansion und Souveränität konzipiert wurde – Kabelschiffe führen ihre eigene blau-weiß-rote Flagge mit drei Blitzen, einem Stern und einem goldenen Anker –, ist heute entscheidend für den reibungslosen Betrieb des globalen Internetnetzes. Sie stellt etwa ein Drittel der Gesamtzahl der Kabelschiffe weltweit dar und ist somit in der Lage, in praktisch jedem Meer einzugreifen, um ein beschädigtes oder durchtrenntes Kabel innerhalb weniger Tage zu reparieren.