Am 15. Juni 2026 gab die französische Post, La Poste, eine Briefmarke mit dem Palais du Tau in Reims heraus, dem zukünftigen Sitz des Krönungsmuseums.
Der ehemalige Palast der Erzbischöfe von Reims trägt einen ungewöhnlichen Namen, der auf seine ursprüngliche T-Form (griechisch: Tau) verweist. Errichtet auf den Ruinen eines gallo-römischen Domus, direkt neben der Kathedrale, glich das Gebäude lange Zeit einer Festung, bevor es im 17. Jahrhundert durch umfangreiche Renovierungsarbeiten unter der Leitung von Jules Hardouin-Mansart, dem Architekten von Versailles, und seinem Schüler Robert de Cotte in einen klassizistischen Palast verwandelt wurde. Hier residierten die französischen Könige während ihrer Krönung in der Kathedrale von Reims, einem Symbol des Bündnisses zwischen Gott und Monarchie. Von Ludwig dem Frommen im Jahr 816 bis Karl X. im Jahr 1825 residierten 33 Monarchen in diesem Palast. Innerhalb dieser Mauern fand auch das große Bankett nach der Krönung statt, zu dem Tausende von Gästen zusammenkamen. Dort stellte der König, umgeben von zwölf hochrangigen Vasallen, das Letzte Abendmahl Christi mit seinen Aposteln nach.
1722, bei der Krönung Ludwigs XV., wurde erstmals ein Schaumwein, der den Namen „Champagner“ erhielt, ausgeschenkt. Während der Revolution diente der Palast als Gerichtsgebäude und später als Gefängnis. Für die letzte Krönung in der französischen Geschichte, die Karls X., wurde er restauriert. 1907 zum historischen Denkmal erklärt, brannte der Palais du Tau 1914 zusammen mit der Kathedrale und einem Großteil der Stadt Reims bei deutschen Bombenangriffen nieder. Erst in den 1950er Jahren wurde er vollständig wiederaufgebaut und 1972 in ein Museum umgewandelt. Besucher können dort unter anderem Karls des Großen „Talisman“ bewundern, ein Juwel aus Gold und Edelsteinen mit einer Reliquie des Wahren Kreuzes. Der Palast, der 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, wird derzeit umfassend renoviert und soll in ein Museum zur Krönung der französischen Könige umgewandelt werden.