Saint-Antoine-l’Abbaye im Département Isère in der Region Auvergne-Rhône-Alpes wurde 2025 in der Sendung „France 3“ mit Moderator Stéphane Bern zum „Lieblingsdorf Frankreichs“ gewählt.
Die Ausgabe 2026, die am Mittwoch, dem 8. Juli, um 21:10 Uhr auf France 3 und france.tv ausgestrahlt wird, präsentiert Stéphane Bern erneut als „Lieblingsdorf Frankreichs 2026“. Die Zuschauer wählten aus 14 Kandidaten – 14 wunderschönen Dörfern mit reicher Geschichte und Kultur.
„Am Fuße des Vercors-Gebirges liegt das charmante mittelalterliche Dorf Saint-Antoine-l’Abbaye, das sich wie ein Geschichtsbuch entfaltet: verwinkelte Gassen mit Fachwerkhäusern, glasierten Ziegeldächern, die alte Markthalle und die Abteikirche, ein Juwel gotischen Erbes in der Dauphiné.“ Im sanften Tal, durch das die Isère fließt, schmiegt sich ein Steindorf um eine gotische Abtei mit glasierten Dächern: Saint-Antoine-l’Abbaye.
Hier schlängeln sich die engen Gassen in geheimnisvolle Winkel, das Licht umspielt die Fachwerkfassaden, und Schritte hallen wider wie ein Rosenkranz. Von fern kommen Menschen: Pilger aus dem Westen, Reisende aus dem Nahen Osten, Prinzen und Könige Frankreichs. Sie alle werden angezogen von dem Schatz im Herzen des Dorfes, dem Reliquiar des heiligen Antonius des Ägypters, und vom Ruhm eines Hospitalordens, dessen Nächstenliebe die Jahrhunderte geprägt hat: den Antoninern. Sie behandeln Mutterkornvergiftung, dieses innere Feuer, das Körper verzehrt und Seelen befällt. Hier lernt man zuzuhören, die wohltuende Ernährung, das nahrhafte Brot, das Wissen um Heilkräuter und die Kunst der helfenden Hand. So entsteht ein Ruf: In dieser steinernen Enklave sprechen Heilkunst und Glaube in gedämpften Tönen.
Im Laufe der Zeit verwebt das Leben seine Gegensätze: Bauern, Händler und Adlige teilen sich denselben Stein, dasselbe Wasser, denselben Markt. Heilige Klänge erklingen von den Glockentürmen, weltliches Lachen hallt unter den Markthallen wider; Prozessionen und Jahrmärkte kreuzen sich, und das Dorf, seinen Werten der Gastfreundschaft treu, birgt auch seine Schattenseiten – jenes uralte Schaudern, wo Inbrunst und Zweifel einander berühren.
Heute erzählen die Abtei, der Kreuzgang, die Kapitelsäle, die skulptierten Fassaden diese Geschichte. Museen, Handwerkerwerkstätten, mittelalterliche Feste und Sommernächte lassen die Legende neu erklingen, während der Tisch die Menschen zusammenbringt: Käse aus dem Vercors, goldene Walnüsse, Honig von den Hügeln, Lebkuchen mit klösterlichen Aromen.