Am 15. Juni 2026 gab die französische Post (La Poste) eine Briefmarke zum 99. Kongress des französischen Philatelistenverbandes (FFAP) heraus, die das Hôtel de Soubise in Paris zeigt.
Im Herzen des Marais-Viertels gelegen, verströmt das Hôtel de Soubise die elegante Raffinesse einer prachtvollen Pariser Adelsresidenz und ist Zeuge jahrhundertelanger politischer und künstlerischer Geschichte. Ab 1705 an der Stelle des Hôtel de Clisson erbaut, dessen imposantes Wehrtor noch heute steht, wurde es zur prestigeträchtigen Residenz der Fürsten von Rohan-Soubise, einer der einflussreichsten Familien des Königreichs. Das vom Architekten Pierre-Alexis Delamair entworfene Hôtel hat einen klassischen U-förmigen Grundriss um einen Innenhof und ist durch eine schlichte Steinfassade von der Rue des Francs-Bourgeois getrennt. Im hinteren Bereich bieten die Gärten eine willkommene Oase der Ruhe inmitten der Stadt. Das Hauptgebäude, bemerkenswert schlicht, weist dieselben Säulen wie der Säulengang des Innenhofs auf. Elegante allegorische Skulpturen schmücken den vorspringenden Teil und das Gesims.
Während das Äußere zurückhaltend wirkt, offenbart das Interieur außergewöhnliche Pracht, die in den 1730er Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Die berühmten ovalen Salons des Prinzen und der Prinzessin, gestaltet von Germain Boffrand, gelten als Meisterwerke des Rokoko. Stuckarbeiten, Holzschnitzereien, Spiegel und Gemälde von Boucher, Natoire und Van Loo schaffen ein exquisit leichtes Dekor, das mit der klassischen Ordnung der Fassade bricht und eine intime und fließende Ästhetik schafft. Marschall de Soubise, ein enger Freund Ludwigs XV., residierte in diesem Palast, einem der schönsten Architekturensembles von Paris.
Während der Französischen Revolution wurde das Gebäude beschlagnahmt und dem Nationalarchiv übergeben, das es noch heute beherbergt. Das für die Öffentlichkeit zugängliche Hôtel de Soubise vereint heute Kulturerbe, Geschichte und künstlerisches Schaffen. Es bietet Besuchern eine einzigartige Reise ins Herz des aristokratischen Lebensstils und des nationalen Gedächtnisses.