Am 8. Juni 2026 gab die französische Post, La Poste, eine Briefmarke mit dem Ars-Wasserfall im Regionalen Naturpark Ariège-Pyrénées in der Region Couserans heraus.
Der Wasserfall stürzt in drei Stufen 246 Meter in die Tiefe. Benannt nach dem ihn speisenden Bach, zählt der Ars-Wasserfall zu den beeindruckendsten der Pyrenäen, besonders im späten Frühling, wenn die Schneeschmelze ihn anschwellen lässt. Das Tal ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Während des Zweiten Weltkriegs flohen Menschen vor der Besatzung durch dieses Tal. Es dient auch als traditionelle Route für Viehherden auf dem Weg zu den spanischen Weidegründen. Die Weidewirtschaft ist hier nach wie vor lebendig, wie das große Interesse von Besuchern und Einheimischen an der Transhumanz im Mai und Juni beweist. Um vom Kurort Aulus-les-Bains zum Wasserfall zu gelangen, muss man gut anderthalb Stunden wandern, zunächst auf einem breiten Weg und dann auf einem steileren, teils in den Fels gehauenen Pfad durch Buchenwälder. Der Wasserfall ist schon von Weitem sichtbar und ein markantes Landschaftsmerkmal.
Das Ars-Tal mit seiner außergewöhnlichen Form wurde von Gletschern geformt. Als Wahrzeichen der Ariège-Region stehen der Ars-Wasserfall und sein Tal seit 2018 unter Naturschutz. Es bildet ein Bindeglied zwischen dem Cirque de Cagateille mit seinen Hängetälern (ebenfalls ein Naturschutzgebiet) und dem Étang de Lers, einem geologisch bedeutsamen Gebiet. Dort wurde nämlich Lherzolith, ein seltenes Gestein aus dem Erdmantel, entdeckt. Alle diese Orte liegen im Naturschutzgebiet Pyrénées Ariégeoises Regional Natural Park, im Herzen der Couserans-Region mit ihren 18 Tälern. Berge gibt es hier überall. Der Mont Valier mit seinen 2800 Metern Höhe ist nach wie vor das bekannteste Beispiel. In diesen Gipfeln ist der Steinbock zurückgekehrt, nachdem er 2014 wieder angesiedelt wurde. Er war über ein Jahrhundert lang aus dem französischen Teil der Pyrenäen verschwunden.