Am 7. September 2026 gab die französische Post, La Poste, eine Briefmarke ihrer Touristenserie mit Châtellerault im Département Vienne heraus.
Die Henri-IV-Brücke überspannt die Vienne und verbindet Châtellerault mit dem westlichen Vorort Châteauneuf. Sie ersetzte frühere Stein- und später Holzbrücken aus dem 11. Jahrhundert, von denen viele durch Konflikte und heftige Überschwemmungen stark beschädigt worden waren. 1564 gab König Karl IX. eine Studie für den Bau einer stabilen Brücke in Auftrag. 44 Jahre und drei aufeinanderfolgende Könige sollten vergehen, bis sie 1609 unter der Leitung von Charles Androuet du Cerceau und seinem Sohn René fertiggestellt wurde. Sie ist 144 Meter lang und 21 Meter breit und sollte Wohnhäuser tragen, die jedoch nie gebaut wurden. Die Brücke ruht auf neun Korbbogen mit Kuhhorn-Zierelementen; ihre acht Pfeiler sind vier Meter dick.
Ursprünglich war das Bauwerk befestigt. Auf der Stadtseite bewachten zwei quadratische Türme die Stadt; sie wurden im 20. Jahrhundert abgerissen, da sie den Verkehr behinderten. Auf der Vorstadtseite stehen noch heute runde, 24 Meter hohe Türme mit einem halbkreisförmigen Wassergraben. Ein zentraler Pavillon mit einem monumentalen Tor und einer Zugbrücke, der 1824 abgerissen wurde, verband die beiden Türme. Sie dienten der Kontrolle und dem Einzug der Fährgebühren am Stadteingang. Im Laufe der Zeit beherbergten sie auch ein Gefängnis, eine Feuerwache und ein archäologisches Museum. Die Brücke wurde 1913 unter Denkmalschutz gestellt. Bedroht durch zwölf Tonnen Dynamit, die die abziehende deutsche Armee platziert hatte, konnte das Bauwerk dank des Einsatzes von Subpräfekt Pierre-Marcel Wiltzer und Polizeikommissar Charles Bichat durch Verhandlungen am 31. August und 1. September 1944 gerettet werden. Lange Zeit die einzige Verbindung zwischen den beiden Ufern des Mississippi und ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt, deren bekanntestes Monument sie ist, hat diese Brücke den Lauf der Zeit überdauert. Jüngste Restaurierungsarbeiten des Départements Vienne lassen sie nun selbstbewusst ins 21. Jahrhundert starten.