Die „Ajax“ ist mit ihren 185 Jahren die älteste erhaltene Dampflokomotive auf dem europäischen Festland und kann heute im Technischen Museum Wien bewundert werden.
Die „Ajax“ wurde ebenso wie die „Minotaurus“ im Jahr 1841 beim englischen Lokomotivhersteller Jones, Turner & Evans für den Güter- und Personenverkehr erworben. Die beiden Dampflokomotiven mit separatem Tender, innenliegenden Zylindern und Stephenson-Steuerung kamen auf der Strecke zwischen Floridsdorf und Stockerau zum Einsatz, einer Zweigstrecke der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn. Während die „Minotaurus“ 1867 außer Dienst gestellt und 1871 verschrottet wurde, blieb die „Ajax“ deutlich länger in Betrieb. In den 1850er und 1860er Jahren wurde ihr Kessel ausgetauscht; zudem erhielt sie einen neuen Tender aus der Werkstätte der Wien-Gloggnitzer Bahn. Nach ihrer Außerdienststellung im Jahr 1874 wurde die „Ajax“ nicht verschrottet, sondern in einem Lokschuppen abgestellt, wo man sie viele Jahre später wiederentdeckte. 1911 gelangte sie in das Österreichische Eisenbahnmuseum, dessen Bestände später in das Technische Museum Wien überführt wurden. Nach einer fachgerechten Restaurierung im Jahr 2006 hat die historische Dampflokomotive „Ajax“ zusammen mit ihrem Tender Nr. 37 – heute einen festen Platz im Technischen Museum und bildet nun das erste Motiv der neu gestalteten Serie „Eisenbahnen“.
Die „Ajax“ verfügt über die Achsfolge B1 (nach internationaler Notation 0-4-2) und eine Spurweite von 1.435 Millimetern. Sie ist 12,2 Meter lang, 2,3 Meter breit sowie 4,85 Meter hoch und wiegt 19,2 Tonnen. Ihr Tender hat ein Leergewicht von 9,5 Tonnen und fasst rund 4,7 Kubikmeter Wasser sowie 2,5 Kubikmeter Kohle.